Marie – Zuversicht, die ansteckt

Marie Lercher steht für das, wofür Mitmachen gedacht ist:
einfach loslegen und etwas bewegen. Ohne Hürden, ohne Vorwissen, nur mit dem Gefühl: Ich möchte etwas tun.
Heute ist sie eine von vier Sprecherinnen und verbindet Verantwortung mit echter Basisdemokratie. Was sie antreibt? Die Überzeugung, dass Engagement wirkt, auch im Kleinen. Und der Mut, Menschen zu zeigen: Unsere Gesellschaft ist nicht selbstverständlich, wir gestalten sie gemeinsam.

Interview mit Marie Lercher: Was braucht’s für engagiertes Mitmachen

Marie, du bist eine von vier Sprecher:innen der Initiative. Was bedeutet diese Rolle für dich persönlich? Was hat dich ursprünglich bewegt, dich zu engagieren, und was macht die Initiative aus deiner Sicht besonders?
Was mich ursprünglich bewegt hat, war die unkomplizierte Möglichkeit einzusteigen. Es war kein Vorwissen nötig, keine Parteiverbindungen, sondern einfach das Gefühl: „Ich möchte etwas tun.“ Ich wurde sofort willkommen geheißen, das fand ich großartig.
Die Rolle als Sprecherin vermittelt mir Verantwortung, auch wenn wir basisdemokratisch organisiert sind und jede Stimme gleich viel zählt. Ich bleibe im Austausch mit Mitgliedern, schaue, ob sie Unterstützung brauchen, und vertrete die Initiative offiziell bei der Bundesgeschäftsstelle. Die Sprecherrolle gibt mir ein Gefühl von Verantwortung für das Ganze, ohne hierarchisch zu sein.

Beim Parteitag in Wien hast du eine Rede gehalten, die vielen noch in Erinnerung ist, auch wegen der Namensgleichheit zu Lercher. War das geplant oder spontan?
Die Rede habe ich schnell vorbereitet, an der zweiten Fassung habe ich noch mit
meinem Lebensgefährten gefeilt. Auf der Bühne war ich anfangs nervös, aber die
Unterstützung der Initiative war unglaublich, ständig jemand zur Seite, Tipps wie „Mach
die Augen zu, du hast Flügel“. Es war ein Highlight für mich. Wir wollten ein starkes Signal setzen: Aufhören mit Streitereien, gemeinsam wirken. Dieser Moment hat mir viel Kraft gegeben.

Welche politischen Themen bewegen dich derzeit am meisten? Was braucht es, damit mehr Menschen Vertrauen in Politik fassen? Was bringt dich in der Politik auf die Palme?
Mir ist wichtig zu zeigen, dass Engagement wirkt. Kleine Handlungen wie Leserbriefe, Kommentare usw. können Wirkung entfalten. Ich möchte, dass Menschen sehen, dass unsere Welt nicht selbstverständlich ist, und dass wir sie gemeinsam positiv gestalten können.
Auf die Palme bringt mich, wenn über geflüchtete Menschen geurteilt wird, ohne ihre Situation wirklich zu verstehen. Und auch diese Aussagen darüber, wie Frauen „sein sollen“. Vor allem dann, wenn Männer, oft gar nicht bewusst, Macht ausüben. Und sich auch noch angegriffen fühlen, wenn man sie darauf hinweist.

Wie schaffst du es, politisches Engagement mit Alltag und Erwartungen zu vereinbaren?
Mit zwei Kindern ist es herausfordernd, aber mein Partner versteht mein Engagement. Politisches Engagement ist intrinsisch motiviert, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil ich etwas bewegen möchte.

Wenn die Initiative ein Song wäre, wie hieße er? Wie viele Kaffees brauchst du für einen erfolgreichen Tag?
Ein konkretes Lied fällt mir grad nicht ein, einfach ein Lied, das Energie und Zusammenhalt vermittelt. Und Kaffee? Ich trinke lieber Schwarztee – mehrere Tassen mit Milch, etwa 5–6 pro Tag.

Woran sollen wir dich in ein paar Monaten messen?
Daran, dass neue Leute und Aktivist:innen der Initiative beitreten. Wachstum, Beteiligung und Engagement zeigen, dass die Initiative wirkt.

Was würdest du Menschen sagen, die sich engagieren möchten, aber zögern?
Sie sollen sich etwas zutrauen und einfach vorbeischauen, ein Gespräch führen oder einen Kaffee trinken. Jede Form von Engagement zählt. Traut euch, ihr seid willkommen, und jeder Beitrag ist wertvoll.